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Sektion Hochland des Deutschen Alpenvereins
Soiernhaus - Geologie/Geographie

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Geographie / Geologie

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Das Soiern-Gebirge

Das Soiern-Gebirge, auch Vorkarwendel genannt, gehört zu den Nördlichen Kalkalpen. Das Gebirge erhielt seinen Namen von den beiden Soiern-Seen. Es gehört zum Naturschutzgebiet Karwendel, welches für seinen Wildreichtum, sowie seine reiche unberührte Pflanzenwelt bekannt ist.
Der Soiernkessel bietet dem Wanderer eine eindrucksvolle Kulisse, sowie ein geologisches Bilderbuch. Der Kessel wird von einem halben Dutzend Gipfel umrundet, die ohne weiteres an einem Tag erwandert werden können. Die erste Anlage des Kessels war tektonisch, wurde aber dann von Eis, Wind und Wetter weiter bearbeitet und bildet so ein von Eis geformtes Kar. In der Mitte liegen die beiden Soiernseen (1562m). Da sie weder einen sichtbaren Zu- noch Abfluß haben, nennt sie der Volksmund auch „Himmelsaugen“.

Die Entstehung des Karwendelgebirges reicht über 200 Millionen Jahre zurück. Die Hauptgesteinsbildner sind Wettersteinkalk und Hauptdolomit, welche im frühem Erdmittelalter aus Meeresablagerungen in seichten Lagunen entstanden sind. Der charakteristische Bau des Karwendels ist in den Lalidererwänden der mittleren Hauptkette besonders gut zu erkennen. Die Bruchkanten der Auffaltung bilden senkrechte bis zu 1.000 Meter hohe Wände auf der Nordseite, aus der sanfteren Südseite haben die Gletscher der Eiszeiten weite Kare ausgefräst, die durch mächtige Grate voneinander getrennt werden.

In den folgenden gebirgsbildenden Epochen der Kreidezeit und des Tertiärs führten gewaltige Kräfte des Erdinneren zu Zerreißungen und Überschiebungen der ehemals horizontal geschichteten Ablagerungen und zur Auffaltung der heute sichtbaren Karwendelketten. Der heute vorliegende Reichtum der markanten Oberflächenformen wurde und wird durch Vorgänge der Erosion geprägt.

Die landschaftsprägenden Schutthalden als Folge der Naturkräfte sind der Beweis für die unaufhaltsam fortschreitende Abtragung der Berge, gestern, heute und in Zukunft. Diese Gebirgsbildung erfolgte nicht plötzlich, sondern in einem Zeitraum von über 100 Millionen Jahren und ist bis heute nicht abgeschlossen.

Weitere Informationen zur Geologie finden sich auf der Webseite unserer Alpenvereinssektion Hochland:
Kurze Geologische Beschreibung des Arbeitsgebietes der Sektion Hochland

Einen bebilderten Einblick in die Gesteinsvielfalt der Nördlichen Kalkalpen findet man unter:
www.Isar-Kiesel.de

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